DidakTIPPs
In diesem Blog informieren wir Sie über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Hochschuldidaktik.
KI in der Hochschullehre: Teil 2/3 "Herausforderungen"
Peters, Yasmin [ypetersa], Beem, André [abeemxxx] - 11. Aug 2023, 14:40
Mit der sich schnell entwickelnden KI-Technologie wachsen gleichzeitig auch die Anforderungen für Nutzer. Dazu zählt…
- … die Formulierung von Prompts
- … das Beurteilen der von der KI generierten Ergebnisse:
- Erkennen von Falschinformationen (z.B. Deepfakes)
- Zusätzliche Recherche / Prüfen auf Aktualität und Konsistenz
- Sensibilisierung für systemimmanente Herausforderungen wie Bias/Wahrheitsgehalt der Ergebnisse
- … dass die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens bei KI-generierten Texten oder KI Tools nicht zwingend gegeben sind:
- Quellenlage der von KI generierten Inhalte ist für den Nutzer weitestgehend nicht nachvollziehbar
- Wiederholbarkeit + Qualität des Outputs fraglich > ChatGPT sollte z. B. nicht als Quelle wissenschaftlicher Erkenntnisse gesehen werden > Quellen für Thesen und Behauptungen müssen immer nachträglich gesucht und angegeben werden!
- … die Transparenz von Eigenleistung und KI-Content:
- Beschreibung des eigenen methodischen Vorgehens setzt hohe Reflexionskompetenz voraus + Abgabe einer Eigenständigkeitserklärung
Darüber hinaus bestehen Fragen bezüglich des rechtlichen Rahmens für den Einsatz von KI:
- Können Studierende zur Verwendung von KI verpflichtet werden?
Nein!
Wichtig(!): Studierende dürfen nicht zur Nutzung von KI-Tools verpflichtet werden und es darf kein Nachteil entstehen, wenn man keine KI-Tools nutzen möchte!
- Welche Daten dürfen in KI-Tools eingegeben werden?
Nutzer müssen hinsichtlich der Dateneingabe in KI Tools sensibilisiert werden!- z.B. keine Eingabe von personenbezogenen Daten/Forschungsdaten
- Input von urheberrechtlich geschützten oder personenbezogenen Daten könnte aber Urheberrechts- bzw. Persönlichkeitsrechtsverletzungen nach sich ziehen
- Wie lernt die KI?
Die Verarbeitung großer Datenmengen zum Trainieren der KI ist nicht transparent!- mögliche Verletzung von Urheber- und Nutzungsrechten?
- Grundsatz der Datenminimierung und hohe Transparenz der Datenverarbeitung im Datenschutz
- Wer besitzt die Urheberrechte an von generierten Inhalten?
Die KI selbst kann kein Urheber sein!- nach derzeit geltendem dt. Recht unterstehen durch KI generierte Inhalten KEINEM Urheberrecht, da hierbei keine geistige Leistung einer Person erbracht wurde
- daher Vorsicht beim Input, z. B. Import von existierenden Daten wie Bild- oder Textdateien
Auch User haben kein Urheberrecht an den KI-generierten Ergebnissen! - da es sich nicht um eine Schöpfung eines eigenen Produkts handelt
- Wird allerdings ein individuell formulierter Prompt eingegeben, könnte dieser dem Urheberrecht unterliegen > bisher nicht juristisch geklärt
- Wie gehe ich mit personenbezogenem Informationen um, die mir von der KI generiert wurden?
Vorsicht bei personenbezogenem Output!- Muss nicht zwangsläufig der Wahrheit entsprechen und könnte Persönlichkeitsrecht verletzen!