DidakTIPPs

In diesem Blog informieren wir Sie über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Hochschuldidaktik.

Studierende aktivieren - wie kann das gut funktionieren?

Peters, Yasmin [ypetersa], Beem, André [abeemxxx] - 16. Nov 2022, 14:13

Es ist Freitag Morgen – am Abend zuvor ist es am Alten Weinfass wieder später geworden - die Lehrveranstaltung beginnt. Professor Smart schaut in die müden Gesichter der Studierenden. Zugegeben: auch er ist heute Morgen nicht ganz auf der Höhe nach einer anstrengenden Woche mit Senatssitzung, Teambesprechungen und Terminabgaben…

Und so schleppen sich Lehrperson und Studierende mehr schlecht als recht durch die über die Zeit…

Aktive Mitarbeit von Studierenden im Hörsaal hängt von vielen Faktoren ab. So spielt es beispielsweise eine große Rolle ob es sich bei der Veranstaltung um eine Vorlesung oder eine Übung handelt. Auch Gruppengröße sowie Räumlichkeiten und Uhrzeit sind weitere Faktoren.

Folgende Maßnahmen können helfen:
  • Planen Sie die Veranstaltung sorgfältig denken Sie dabei mögliche Aktivierungsmethoden mit
  • Leiten Sie Aktivitäten an, moderieren Sie und greifen ggf. unterstützend ein. Erwägen Sie mögliche "Stolpersteine" und Schwierigkeiten und bereiten Sie schon vorab Reaktionen darauf vor.
  • Verwenden Sie ein Live-Voting-Tool
  • Lassen Sie die Studierenden Gruppen- / Partnerarbeit machen
  • Stellen Sie gleich zu Beginn die Relevanz des Themas in den Vordergrund
  • Vorstellungsrunde oder „Begrüßungsritual“
  • Suchen Sie Kontakt zu den Studierenden
  • Wechsel zwischen Input und Anwenden/Einüben
  • Etablieren Sie frühzeitig eine „Kultur“ der aktiven Mitarbeit.
  • Schaffen Sie Kanäle für Rückmeldungen oder Fragen.
  • Wechseln Sie gelegentlich die Methode, aber vermeiden Sie dabei die Verwendung zu vieler verschiedener Tools
Der wichtigste Aspekt ist allerdings das Lehr- / Lernkonzept. Die Auflösung von starren Strukturen wie sie durch die Trennung von Vorlesung und bspw. Übung in vielen Modulen impliziert wird, kann dabei helfen, den Stoff lebendiger zu vermitteln und einen nachhaltigen Lerneffekt zur erreichen. Inputphasen sollten sich stets mit Übungseinheiten abwechseln. Das kann sowohl über das gesamte Semester im Rahmen eines Inverted Classroom Konzepts erfolgen aber auch in einzelnen Sitzungen. Ein 90minütiger Frontalunterricht ist weniger lernprozessfördernd als die Einbindung von vertiefenden Übungen, durch die neue kognitive Verknüpfungen von Theorie und Praxisbezug erschaffen werden können.

Auch die Lernatmosphäre kann von entscheidender Bedeutung sein: Fehler machen MUSS erlaubt sein! Falsche Antworten oder Lösungen können positiv genutzt werden, um Problemstellungen vertiefend zu behandeln.

Auf der Seite der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sind weitere praktische Beispiele für die erfolgreiche Aktivierung von Studierenden.

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