DidakTIPPs
Interaktion und Kollaboration in Online-Seminaren - wie geht das?
Eine der größten Herausforderungen der digitalen Lehre besteht nach wie vor darin, die Studierenden in synchronen digitalen Veranstaltungen zur aktiven Mitarbeit anzuleiten. "Studis sind kamerascheu" und "In rein digitalen Lehrveranstaltungen besteht die Gefahr, dass die Studierenden zu Einzelkäpfern werden" sind Erfahrungen, die Lehrende in den vergangenen Semestern gemacht haben. Das Fehlen von nonverbaler Kommunikation und die Vermittlung sozialer Kompetenzen sind weitere Problemfelder, die sich in Online-Seminaren ergeben.
Bereits bei der Planung einer Lehrveranstaltung sollte daher die Herangehensweise grundlegend überdacht werden: "Möchte ich meine Vorlesung eins zu eins vom Hörsaal in das Online-Seminar übertragen?" oder "Nutze ich die Umstände zu meinem Vorteil?".
Unbestritten unterscheidet sich das Setting eines Online-Seminars von einer synchronen Präsenzveranstaltung, aber genau darin kann auch ein Mehrwert bestehen. So können beispielsweise ohne Medienbruch weitere Tools wie Tweedback, etherpads wie yopad, Conceptboard, Miro usw. eingebunden werden. Auch Entwürfe, Skizzen oder mikroskopische Aufnahmen können mit den entsprechenden Programmen direkt am PC detailliert eingesehen werden. Auf diese Weise kann, bei entsprechender Aufgabenstellung, auch die Interaktion und Kollaboration gefördert werden.
Generell liegt in einem solchen Lehr-/Lernszenario der Fokus noch stärker auf dem Wechsel zwischen Input und Anwenden/Einüben. Dies ist zum einen wichtiges didaktisches Mittel, um Inhalte nachhaltig zu erlernen. Zum anderen erfolgt so eine regelmäßige Aktivierung der Lernenden.
Eine weitere Möglichkeit stellen die Breakout-Rooms dar. Insbesondere bei hohen Teilnehmerzahlen lassen sich auf diese Weise kleinere Gruppe bilden, in denen die Studierenden nicht mehr so stark in der anonymen Masse untergehen, sondern selbst aktiv mitarbeiten können. Allgemein sollten, falls möglich, die Kameras eingeschaltet sein. Auch die Länge der Veranstaltung und die Gruppengröße haben Einfluss auf das Gelingen eines Online-Seminars. Kürzere Sessions von ca. 30 Minuten mit kleinen Gruppen bis zu 20 Teilnehmer:innen sind häufig effektiver als lange Veranstaltungen mit vielen Zuhörer:innen.
Weitere Tipps zur Aktivierung von Studierenden finden Sie in diesem älteren Blog-Beitrag.