DidakTIPPs
Alternative Prüfungsformen: Take-Home-Prüfungen
Im Gegensatz zur Open-Book-Klausur werden Take-Home-Prüfungen komplett ohne Aufsicht durchgeführt. Die Verwendung von Hilfsmitteln wie bspw. Mitschriften oder Internetquellen ist in beiden Prüfungsformen gestattet.
Sowohl didaktisch als auch organisatorisch bietet die Take-Home-Prüfung viel Spielraum. So kann zum Beispiel der Bearbeitungszeitraum wenige Minuten bis hin zu mehreren Tagen umfassen. Daher sind auch Ähnlichkeiten zur klassischen Hausarbeit vorhanden. Generell muss die Prüfung auch nicht zwingend digital durchgeführt werden. Allerdings bieten Lern- und Prüfungsplattformen wie ILIAS zahlreiche Vorteile. In diesem Zusammenhang ist neben der teilweisen Automatisierung von Auswertung und Feedback auch die Einbindung von Medienobjekten oder Drittsoftware zu nennen.
Didaktisch bietet die Take-Home-Prüfung einen hohen Grad an Kompetenzorientierung zum Beispiel in Form von offenen oder auch aufeinander aufbauenden Prüfungsfragen. Voraussetzung dafür ist stets die Gestaltung von authentischen und praxisbezogenen Prüfungsszenarien. Die interaktiven Möglichkeiten digitaler Settings zum Beispiel zur Online-Rechereche und Analyse von Informationen können auf diese Weise im Sinne der Employability gewinnbringend eingesetzt werden. Hierin besteht didaktisch auch der größte Unterschied zur klassischen Klausur, bei der häufig nur auswendig gelerntes Wissen reproduziert werden muss, was im späteren Berufstalltag kaum noch der Arbeitsrealität entspricht.
Um die Komplexität und Schwierigkeit der Prüfungsaufgaben trotz der Verwendung von Hilfsmittel hochzuhalten, sollten die Arbeitsanweisungen zum einen im Sinne des Constructive Alignments gestaltet sein und zum anderen auch Transfer- und Reflexionsaufgaben beinhalten.
Mehr Informationen und Praxisbeispiele gibt es in diesem Whitepaper des Hochschulforums Digitalisierung.